PRESSE-ECHO
"Singende Wale, quiekende Schweine"

Eindrücke von der Kölner Musiknacht zwischen Domforum, Kirche, Szenenkneipe und Galerie

[Olaf Weiden] - Singende Wale im Oberlandesgericht, quiekende Plastikschweine unter nacktem Fußballen - es gab wieder jede Menge zu entdecken in der 3. Kölner Musiknacht. An 25 Spielorten wurde geblasen, gefiedelt und gesungen, natürlich in der Philharmonie, beim WDR, im Stadtgarten oder in den Kulturinstituten, aber auch in Galerien, Kneipen und Kirchenräumen. Die Besucher waren aufgefordert, sich nach Vorlieben einen eigenen Fahrplan durch die Nacht der Musik zu machen ...
Ganz gepflegte Flötentöne sind das Markenzeichen von Nadja Schubert. Im Duett mit dem Kontrabassisten Sascha Delbrouck eröffnete sich das Programm im Domforum, mit heiteren, eingängigen Melodien, ganz zart gepfiffen. Dazu mischten sich die Domglocken, Martinshörner und das Geschrei jugendlicher Domplattengäste.

Richtig still war es dagegen in der Antoniterkirche. Der Bach-Verein forschte hier mit seinem Leiter Thomas Neuhoff nach Parallelen zwischen Bach und Brahms. Eine Motette von Bach im vollbesetzten Kirchenraum vermittelte klingend das hohe Niveau, das die Chorstadt Köln zu bieten hat. Das bestätigte in der dünn besetzten Kartäuserkirche die Kartäuserkantorei, die Nachtlieder von Reger und Becker ausgewählt hatte ... [erschienen in: Kölnische Rundschau, 17. September 2007]



"Auf der langen Reise zum Irgendwo"

Zwischen Andacht und Performance: Die Kölner Musiknacht erfreute mit einem vielfältigen Programm

[Gerard Bauer] - ... 18 Uhr war die Stunde null der musikalischen Wanderung durch Köln, und schon die erste dieser auf jeweils drei Vierstunden portionierten Etappen hatte es in sich. Da brauchte einen hurtigen Stiefel, wer nicht nach beschaulichem Verweilen, sondern nach voller Erfüllung strebte. Vom Domforum ging's also ins Bechstein-Centrum, wo das Ensemble "tra i tempi" mit neuer Kammermusik Stille und Versenkung übte, von dort zu Vokalmusik von Bach und Brahms in die Antoniterkirche (Bach-Verein), von dort - aber da war ja schon die zweite Stunde des Musikmarathons angebrochen. Es wurde Zeit, einen Plan anzulegen, einen Plan zur Bewältigung des Angebots. Aber je später die Stunde, desto dichter das Programm, und wenn in der Hauptmusizierzeit 25 Spielorte pro Stunde zur Wahl standen, musste auch bedacht werden: Wie schnell werden Kopf, Ohr und Beine müde, verflacht die Aufnahme- und Erlebnisfähigkeit? Manch ein Besucher, man entnahm es Gesprächen am Rande, litt unter diesem Dilemma.
Der Geist war indes noch frisch, als eine kleine Runde durch drei Kirchen lockte - nach der Antoniterkirche, wo nur ein Stehplatz zu ergattern war, nach St. Peter und St. Andreas ... [erschienen in: Kölner Stadt-Anzeiger, 17. September 2007]




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