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[Mathias Nofze] - Bonn/St. Lukas. Bonn ist nicht Salzburg - doch gefeiert wurde der 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart trotzdem. Die Auerberger Kantorei, der Philharmonische Chor der Stadt Bonn und der Bach-Verein Köln luden zur "Langen Mozart-Nacht" in die Lukaskirche.
Die mehr als vier Stunden rund um Mozart erwiesen sich als Tiefsinn und Heiterkeit verbindende und musikalisch beglückende Veranstaltung. Chöre, Ensembles, Gesangs- und Instrumentalsolisten boten unter der Gesamtleitung von Thomas Neuhoff ein facettenreiches Porträt.
So vielseitig wie das künstlerische Programm geriet auch das "Amadeus-Buffet", das mit Köstlichkeiten wie "Köchel 1a", einer Käsequiche, oder "Despinas Hüftfreuden" (Pfannkuchenröllchen) lockte. "Geistliche Musik des jungen und reifen Mozart" stand zu Beginn im Programm, die Sopranistin Ingrid Schmithüsen betörte im "Exsultate, jubilate", das Kammerorchester des Bach-Vereins Köln artikulierte sinnreich.
Das liebliche "Laudate dominum" präsentierten die Auerberger Kantorei und der Kammerchor des Philharmonischen Chores überraschend, nämlich "stereophon" im Altarraum und auf der Empore. Der späten Mozart war mit "Alzai le flebili voci" aus "Davidde penitente", besser als "Kyrie" der c-Moll-Messe bekannt, vertreten.
Aus Briefen Mozarts lasen Susanne und Ludwig Egener. Der ätzende Spott, den Mozart über die musikalischen Zustände in Mannheim ausgoss, sein Urteil über französischen Musikgeschmack, sorgten für Schmunzeln, ebenso seine Sprachspielereien, die ihn als Dadaisten avant la lettre ausweisen, und seine derben Brief an das "Bäsle".
Hinreißend etwa gelang das rahmende Quartett "Caro mio Druck und Schluck" mit Susanne König, Ernst Herttrich, Eric Lange und Jörg Zimmermann. Von James Maddox, Klavier, und Stephanie Himstedt, Violine, hörte man zwei Sätze aus der Violinsonate e-Moll in einer fein differenzierten Wiedergabe. Mit der "Kleinen Nachtmusik" schließlich entließ man ein enthusiasmiertes Publikum. [erschienen in: Bonner Generalanzeiger, 30.01.06]
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