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Zum Abschied von Chorleiter Winfried Toll [Stefan Rütter] - Mit einer schönen und gediegenen Aufführung des Oratoriums "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy beendete Winfried Toll seine Tätigkeit als künstlerischer Leiter des Kölner Bach-Vereins. Worauf Toll in den sieben Jahren seiner Amtszeit Wert gelegt hatte, das fassten seine Sängerinnen und Sänger zum Abschied in der Philharmonie bündig zusammen. Die großen Chorsätze lebten ganz aus der gemeißelten Diktion des Bibelwortes, das nie der pastosen Klangentfaltung geopfert wurde. Überhaupt zeigte Toll das Stück eher als Ausläufer der barocken Oratorientradition denn als Markstein der deutschen Chorromantik. Tolls "Elias" stand Händel näher als Brahms, was durchaus im Sinne des Werkes ist. Auf diese Perspektive hatte der Dirigent wohl auch das Neue Rheinische Kammerorchester eingeschworen. Es musizierte in kleiner Besetzung, artikulierte kantig und trocken, was der Durchhörbarkeit zweifellos nutzte. Trotzdem blieb das Klangprofil irgendwo zwischen konventioneller und historisierender Aufführungspraxis stecken, war auch nicht durchweg sauber und präzise geformt. Die Titelpartie gestaltete Peter Lika mit gehöriger Bass-Autorität und dramatischer Attacke - wobei man fragen könnte, ob er dabei des Guten nicht doch zu viel tat. Man mag den Elias als Bühnenfigur anlegen, aber er ist doch schließlich keine Charge. Zu Seiten des eifernden Propheten wurde schlank, schön und kultiviert gesungen: durch Heidrun Kordes (Sopran), Kathrin Hildebrandt (Alt] und Jörg Dürmüller (Tenor). Sie wurden durch fabelhafte Chor-Soli unterstützt; besonders das berühmte Doppelquartett ("Denn er hat seinen Engeln") klang wunderbar geschmeidig und ging zu Herzen ... [erschienen in: Kölner Stadt-Anzeiger, 26.04.2002]
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Triumphaler "Elias": Winfried Toll nahm in der Philharmonie Abschied vom Bach-Chor Köln [Olaf Weiden] - Mit dem Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy nahm Winfried Toll, der Künstlerische Leiter des Chores des Bach-Vereins Köln, Abschied von seiner hiesigen Wirkungsstätte. Er leistete eine vorbildliche, beinahe triumphale Interpretation mit hervorragenden Solisten und einem ausgezeichnet disponierten Chor vor dünn besetzten philharmonischen Rängen. Aber der bescheidene Besuch schien die Interpreten auf der Bühne, allen voran Winfried Toll, zur Höchstleistung anzustacheln. Besonders der Chor des Bach-Vereins Köln klang unglaublich kompakt und ausgewogen trotz einer deutlichen Männerunterzahl. Ganz viele Stellen saßen so gut, dass Toll erstaunliche Feinheiten in der Tempogestaltung anwenden durfte. Das Neue Rheinische Kammerorchester reagierte beachtlich. Erster glückseliger Höhepunkt war das Doppelquartett der Engel, aus dem Chor heraus gesungen. Die frischen Stimmen intonierten glockenrein, einfach himmlisch. Toll kümmerte sich aber auch um seine Solisten. Bei der Arie der Witwe hätte er wohl am liebsten selbst gesungen. Aber was die Sopranistin Heidrun Kordes in ihre Partie steckte, war wohl ganz in seinem Sinne. Die opernerfahrene Sängerin ging als Witwe auch auf ein kleines szenisches Geplänkel mit Peter Lika ein, dem Elias dieser Aufführung. Er weitete in seiner gewohnten Art den konzertanten Rahmen nicht durch Stirnrunzeln, sondern polterte auch stimmlich ganz schön durch den Klavierauszug. Dabei erwischte er sehr viele schöne Momente und herzenswarme Töne, mancher Schrei entglitt indes. Tenor Jörg Dürmüller, gerade noch als kauziger Handwerker in Benjamin Brittens Oper "Sommernachtstraum" an der Wiener Volksoper zu erleben, seinem Stammhaus, pflegte jetzt soliden Evangelistenton, der ihn ja auch weltweit bekannt gemacht hat. Und die Altistin Kathrin Hildebrandt ließ sich sogar in ihrer Hit-Arie "Sei stille dem Herrn" nicht von engelhafter Demut abbringen. Dieser Elias war ein fulminant besetzter und prächtig musizierter festlicher Abschluss für Winfried Toll, der u.a. einen sehr gepflegten Chor am Rhein hinterlässt. [erschienen in: Kölnische Rundschau, 26.04.2002]
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[Fritz Herzog] - Stürmisch gefeiert wurde er zum Abschied: Winfried Toll, seit 1994 künstlerischer Leiter des Bach-Vereins Köln, hat in dieser Funktion sein letztes Konzert mit einem Chor gegeben, der unter seiner Leitung bisweilen über sich selbst hinauszuwachsen schien. Mendelssohn Bartholdys "Elias" markierte jetzt das Ende dieser äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit und erbrachte in der Philharmonie wieder den Beweis, dass selbst ein großer Chor wendig und filigran erblühen kann. Kaum ein anderes Werk dieser Gattung symphatisiert so unverhohlen mit dem Musikdramatischen wie "Elias". Neben der Orchesterbehandlung verweisen vor allem die Arien auf die Opernbühne, aber auch die Expressivität mancher Chöre sprengt gelegentlich den vorgegebenen Rahmen. Winfried Toll hat ein Händchen für die Modernität dieses Werks: Packend gerät seine Interpretation - und anrührend menschlich. Neben seinem bestens präparierten Chor stand ihm mit Heidrun Kordes (Sopran), Kathrin Hildebrandt (Mezzo), Jörg Dürmüller (Tenor) und Peter Lika (Bass) ein anmutig gestaltendes Solistenquartett zur Verfügung. Das Neue Rheinische Kammerorchester musizierte mit großer Verve und äußerst farbenreich ... [erschienen in: Bonner-Generalanzeiger, 30.04.2002]
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Mendelssohns "Elias"
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