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[Gerhard Bauer] - Beim weihnachtlich inspirierten Chorkonzert des Kölner Bach-Vereins begab sich in der Philharmonie die Denkwürdigkeit, daß die Frauenstimmen, die solistischen wie die chorischen, nun tatsächlich auch von Personen weiblichen Geschlechts gesungen wurden. Derlei zählt zu Zeiten und in Territorien der Originalklang-Apologeten zu den Seltenheiten - doch weil die Musik des großen Johann Sebastian Bach ihre ganze Herrlichkeit auch aus diesen Kehlen offenbart, sollte man Aspekte wie Natürlichkeit, Emotionalität und Variabilität des Ausdrucks wieder stärker in Betracht ziehen. Für den Authentizitätsanteil genügen, wie diesmal in Köln, die klanglichen Unwägbarkeiten eines Ensembles wie der "Camerata Freiburg" durchaus. Diese gewiß versierte, engagierte und teils auch prominent besetzte Gruppe (ein Konrad Hünteler etwa bläst die Flöte) war denn doch ein steter Unsicherheitsfaktor. Dirigent der Aufführung (Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme", Weihnachtsoratorium I-III), die dem Festlichen ebenso genügte wie dem Erbaulichen und Konzertanten, war Winfried Toll. Er ist ein Musiker, der animiert, die Musik vorlebt und in ihr aufgeht, ohne Koordination oder Genauigkeit zu vernachlässigen. Der Chor des Bach-Vereins wirkte beweglich, transparent, klangschön, präzise - eine gute zweite Garnitur der Kölner Chorszene. Bei den Solisten ist vor allem dem Baß Hans Christopf Begemann Achtung zu zollen, doch kaum weniger gefielen Heidrun Kordes (Sopran), Claudia Schubert (Alt) und der kurzfristig eingesprungene Markus Schäfer (Tenor). [erschienen in: Kölner Stadt-Anzeiger, 6.12.1994]
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[Curt J. Diederichs] - Der Bach-Verein sucht nach dem Ausscheiden von Christian Collum einen neuen Chordirektor und nutzt deshalb einige seiner Konzerte, um Kandidaten für diese Position Gelegenheit zu geben, sich dem Chor und dem Publikum vorzustellen. So war die Leitung des vorweihnachtlichen Konzerts am Samstagabend in der Kölner Philharmonie Winfried Toll, dem Leiter der renommierten Camerata Vocale Freiburg, anvertraut. Eines der beliebten Repertoire-Werke des Kölner Chors stand auf dem Programm: das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach... Schon beim Einleitungschor wurde deutlich, daß da ein Dirigent am Pult stand, der Sänger zu Hochleistungen animieren und Chor- und Orchesterklang souverän zu koordinieren weiß. Toll hatte für den Instrumentalpart die auf historischen Instrumenten spielende Camerata Freiburg mitgebracht, ein junges, aber bereits sehr profiliertes Barock-Ensemble, das diesem heiklen Instrumentarium eine erstaunlich präzise Klangpracht zu entlocken wußte. Dadurch konnte Toll im Zusammenspiel mit dem ebenfalls bestens präparierten Chor eine erstaunliche Frische und Lebendigkeit der Wiedergabe bei der Adventskantate und der ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums erreichen, in die auch das junge Solisten-Quartett voll eingebunden war... [erschienen in: Kölnische Rundschau]
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