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Chorkonzert des Kölner Bach-Vereins unter Professor Kurt Thomas
[E.] - An Stelle des traditionellen Weihnachtsoratoriums bot der Bach-Verein Köln in seinem ersten Chorkonzert vier Weihnachtskantaten. Bachs Kantatenschatz ist unerschöpflich. Die Bindung an das Kirchenjahr hat bei Bach zu immer neuen musikalischen Konstellationen geführt. Läßt man einmal den großen Kantatenzyklus des Weihnachtsoratoriums außer Betracht, so bleiben immer noch nicht weniger als sechzehn Kantaten für die Zeit vom ersten Adventssonntag bis zum Sonntag nach Weihnachten.
Aus dieser Fülle von Werken hatte Kurt Thomas für das erste Chorkonzert im Gürzenich vier Weihnachtskantaten ausgewählt: "Unser Mund sei voll Lachens" (Nr. 110), "Christen, ätztet diesen Tag" (Nr. 63), "Nun komm der Heiden Heiland" (Nr. 62) in der reifen, zweiten Fassung, die der ersten nach vermutlich mehr als zwanzig Jahren gefolgt ist und das aus der h-Moll-Messe übertragene "Gloria in excelsis Deo" (Nr. 191). Die Chöre in diesen vier Kantaten sind die einrahmenden Teile; alles übrige fällt den Vokalsolisten zu, die weniger in Arien als in Duetten beschäftigt sind. Gleichwohl kann der Anteil des Chores nicht hoch genug angeschlagen werden. Vier Kantaten mit Anfangs- und Schlußchören, das sind für einen Abend acht große Chorsätze, die einstudiert und bewältigt sein wollen.
Der Dirigent Kurt Thomas ist dem Chor des Bachvereins ebenso wie dem Kölner Bach-Orchester nunmehr so verbunden, daß er mühelos mit den schwierigsten polyphonen Aufgaben fertig wird. Und der Chor folgt ihm unermüdlich, in allen Disziplinen der vokalen Technik und des Ausdrucks. Obowhl der Bach-Verein kein Kammer- oder Madrigalchor ist, sondern sich in der Besetzung wie in der Klangfülle dem Format des mittelgroßen gemischten Chores nähert, ist die Klangführung immer bemerkenswert ausgeglichen und oft, wenn der Dirigent es mit leichter Hand signalisiert, von einer schwebenden Gelöstheit oder frisch antreibenden Kraft. So gleich beim "Mund voll Lachens", einem höchst eigentümlichen Vokalsatz, den Bach einem vorhandenen Instrumentalstück (dem Allegro der zweiten Ouvertüre in D-Dur) einfach eingebaut hat.
Gut, daß Kurt Thomas auch jüngere Solisten heranzieht: die Sopranistin Getraud Stoklassa mit ihrer glockenhellen, fast instrumental geführten, gleichwohl modulationsfähigen Stimme, die begabte Hildegard Rütgers mit einem in Timbre und Stimmführung schon geprägten Alt, den elastischen, noch entwicklungsfähigen Tenor Rolf Bössow und den kraftvoll gestaltenden Bassisten Carl-Heinz Müller. Aus dem Orchester traten die Holzbläser Ulrich, Büchel und Hucke sowie der Trompeter A. Zeyer solistisch hervor. In den Continuo-Aufgaben bewährten sich H. Plümacher (Cello), E. Morneweg (Kontrabaß) und Annemarie Bohne (Cembalo). An der Orgel wirkte Gisbert Schneider.
Noch etwas Erfreuliches: der sehr gut besuchte Vorabend war ein Jugendkonzert der Stadt Köln. [erschienen in: Kölnische Rundschau, 11.12.1963]
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Konzert des Kölner Bach-Vereins im Gürzenich
[Dr. J. Schwermer] - Ein Konzert mit vier Kantaten, im foliantenwälzenden Barock durchaus üblich, stellt heute hohe Anforderungen an den Zuhörer, denn der stereotype Wechsel von Chor-Arie-Rezitativ wirkt, wenn er nicht oratorienhaft verklammert ist, ermüdend. Kurt Thomas, der im jüngsten Konzertabend des Bach-Vereins vier Weihnachtskantaten darbot, warnt selbst in seinem Lehrbuch der Chorleitung eindringlich vor Programmen, die den Zuhörer übersättigen.
Die Interpretation der Kantaten (Nr. 110), Christen ätzet diesen Tag (Nr. 63), Nun komm, der Heiden Heiland (Nr. 62) und Gloria in excelsis Deo (Nr. 191) – zeigte den Chor in seiner besten Verfassung. Der Sopran in glänzender geworden, die Männerstimmen – an Zahl zu gering – hatten beachtliche Qualität; Phrasierung, Deklamation und Artikulation waren vorbildlich, der Schlußchor „Sicut erat“ (Kantate Nr. 191) wurde zugleich der Höhepunkt des Abends. Kurt Thomas hat ein Gespür dafür, die Choräle zum Sammelpunkt des Schlichten ebenso wie des Kunstfertigen werden zu lassen. Höchst unterschiedlich interpretierten die Solisten. Unerfindlich bleibgt, warum R. Bössow für die Tenorpartie verpflichtet wurde. Stimmlich besser, wenn auch in der Gestaltung recht vordergründlich: C.-H. Müller (Baß), G. Stokassa (Sopran) überzeugte in der Mittellage mehr als in der Höhe, während die Altistin H. Rütgers mit ihrer Leistung den stärksten Eindruck hinterließ.
Wer einmal die Clarinen der Cappella Coloniensis gehört hat, wird sich mit den Trompeten mit ihrem martialischen Geschmetter – wie sie hier erklangen – nur schwer mehr befreunden können. Für sich genommen, waren sie jedoch virtuos geblasen (A. Zeyer). Das Kölner Bach-Orchester wurde von vorzüglichen Solisten unterstützt: K.-H. Ulrich und W. Büchel (Flöte), H. Hucke (Oboe und Oboe d’amore). Weiter wirkten mit: A. Bohne (Cembalo), H. Plümacher (Cello), E. Morneweg (Kontrabaß) und – fast lautlos – an der Orgel: G. Schneider. [erschienen in: Kölner Stadt-Anzeiger, 17.12.1963]
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Chorkonzert enthielt neue Zusammenstellung
Prof. Kurt Thomas, der Leiter des Kölner Bach-Vereins, hatte dieses Jahr auf die Aufführung des Weihnachtsoratoriums verzichtet und die „Bach-Gemeinde“ mit einer anderen weihnachtlichen Zusammenstellung aus Bachs Kantatenschatz bekanntgemacht. Mit der Kantate Nr. 110 „Unser Mund sei voll Lachens“ eröffnete der Bach-Verein sein Konzert, welches einen Tag vorher schon als Jugendkonzert aufgeführt worden war. Dieses in Leipzig entstandene Werk ist auf den Schlußchoral „Alleluja! Gelobet sei Gott!“ ausgerichtet. Schon im Eingangschor, eine wörtliche Transkription der Ouvertüre aus der vierten Orchestersuite, bricht sich der Jubel über die Geburt Christi mit den Worten „Unser Mund sei voll des Lachens“ Bahn. Die folgende Kantate Nr. 63, „Christen ätzet diesen Tag“, Bachs Weihnachtskantate für das erste Fest als Thomaskantor war wohl die glanzvollste des Abends. Schon die starke Orchesterbesetzung und die reiche Verwendung der Trompeten heben sie von den anderen ab.
Im zweiten Teil folgte die zweite Fassung von „Nun komm, der Heiden Heiland“, hier binden zwei Strophen des Luther-Chorals die Kantate. Die dreisätzige lateinische kantate, „Gloria in excelsis Deo“, eine Übertragung aus dem Gloria der h-Moll-Messe, beendete das mit sehr viel Sorgfalt und Fachwissen zusammengestellte Programm. Von den Eingangs- und Schlußchören abgesehen, dominierten eigentlich die Solisten. Trotzdem ist die Leistung des Chores keinesfalls zu unterschätzen, denn die mit großem Stilgefühl vorgetragenen Chöre bewiesen die Qualität des quantitativ starken Chores. Prof. Kurt Thomas, sozusagen von der „Quelle“ kommend, beherrschte souverän Chor und Orchester und übertrug ohne große Gesten seine Intentionen auf die Mitwirkenden. Seine fließenden Tempi und seine klaren Dispositionen gaben der Bachschen Musik eine große Leuchtkraft. [erschienen in: Neue Rhein-Zeitung, 24.12.1963]
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Konzert vom 21.03.1963 Konzert vom 04.03.1964
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